
Im Spätsommer sehen manche Rosen plötzlich ganz anders aus als noch zu Beginn der Saison. Auf den Blättern erscheinen schwarze Flecken, rundherum wird das Laub gelb und schließlich fallen immer mehr Blätter ab.
Häufig steckt Sternrußtau dahinter.
Die Krankheit kann bereits im Frühjahr beginnen. Besonders auffällig wird sie aber oft erst später im Sommer, wenn sich über mehrere Infektionszyklen immer mehr Blätter angesteckt haben.
Wenn du Sternrußtau an deiner Rose entdeckst, würde ich deshalb nicht nur die schwarzen Flecken betrachten.
Viel hilfreicher ist die Frage:
Wie breitet sich die Krankheit aus – und was kann ich jetzt tun, damit die Rose möglichst gut durch den restlichen Sommer kommt und im nächsten Jahr mit einem geringeren Infektionsdruck startet?
📑 Das erwartet dich in diesem Artikel
- Woran erkennst du Sternrußtau an Rosen?
- Warum bekommt die Rose schwarze Flecken und gelbe Blätter?
- Wie breitet sich Sternrußtau aus?
- Warum tritt Sternrußtau im Spätsommer oft stärker auf?
- Was solltest du bei Sternrußtau jetzt tun?
- Musst du befallene Blätter von der Rose entfernen?
- Dürfen befallene Rosenblätter auf den Kompost?
- Wie kannst du deine Rose nach einem starken Befall unterstützen?
- Wie kannst du Sternrußtau künftig vorbeugen?
- 🌿 Alles auf einen Blick
Woran erkennst du Sternrußtau an Rosen?
Sternrußtau wird durch den Pilz Diplocarpon rosae verursacht.
Das typische Schadbild beginnt mit dunklen Flecken auf den Rosenblättern.
Sie sind meist:

- dunkelbraun bis schwarz,
- unterschiedlich groß
- und besitzen häufig unregelmäßige, etwas ausgefranste oder strahlenförmige Ränder.
Die Flecken können grundsätzlich auf beiden Blattseiten auftreten, sind aber überwiegend auf der Blattoberseite zu finden.
Mit fortschreitender Erkrankung verfärbt sich das Blattgewebe rund um die schwarzen Bereiche häufig gelb. Schließlich kann das gesamte Blatt vergilben und vorzeitig abfallen.
Bei einem stärkeren Befall verliert eine Rose im Laufe des Sommers einen großen Teil ihres Laubes. Auch junge Triebe können gelegentlich dunkle Läsionen zeigen.
Gerade die Kombination aus:
schwarzen unregelmäßigen Flecken → gelbem Laub → vorzeitigem Blattfall
ist ein sehr typisches Bild.
Warum bekommt die Rose schwarze Flecken und gelbe Blätter?
Die schwarzen Flecken entstehen dort, wo das Blattgewebe durch die Pilzinfektion geschädigt wurde. Dort können sich auch Strukturen entwickeln, in denen der Erreger neue Sporen bildet.

Mit fortschreitender Infektion vergilbt das Gewebe rund um die Flecken häufig. Befallene Blätter können anschließend vorzeitig abfallen – teilweise obwohl noch größere Bereiche des Blattes grün erscheinen.
Ein Blatt muss also nicht vollständig schwarz sein, bevor die Rose es verliert.
Bei starkem Befall kann eine Rose im Laufe des Sommers einen erheblichen Teil ihres Laubes verlieren. Dadurch steht ihr weniger Blattfläche für die Photosynthese zur Verfügung.
Ein einmaliger leichter Befall bedeutet deshalb nicht, dass die Rose ernsthaft geschädigt wird. Wiederholt starker Blattverlust kann die Pflanze jedoch schwächen.
Das eigentliche Problem sind also nicht nur die schwarzen Flecken.
Entscheidend ist der Verlust funktionsfähiger Blattfläche.
Wie breitet sich Sternrußtau aus?
Wenn du verstehst, wie Sternrußtau von einem Blatt zum nächsten gelangt, werden viele der späteren Pflegemaßnahmen verständlicher.

Der Pilz kann auf befallenem Falllaub sowie an infizierten Pflanzenteilen überdauern. Im Frühjahr können von dort neue Infektionen ausgehen.
Für die weitere Ausbreitung spielt Wasser eine wichtige Rolle. Sporen werden vor allem durch Spritzwasser und Regen auf andere Blätter verteilt.
Damit eine Infektion erfolgreich stattfinden kann, müssen die Blätter über einen gewissen Zeitraum feucht bleiben. Besonders günstig sind deshalb länger feuchte Blattoberflächen bei milden bis warmen Temperaturen. Hohe Luftfeuchtigkeit kann zusätzlich dazu beitragen, dass das Laub langsamer abtrocknet.
Aus einer Infektion können anschließend neue Sporen entstehen, die weitere Blätter infizieren.
So entsteht ein Kreislauf:
infiziertes Blatt → neue Sporen → Feuchtigkeit → weitere Infektion → neues infiziertes Blatt
Genau dieser Kreislauf erklärt, warum sowohl Blattnässe als auch infiziertes Pflanzenmaterial für den weiteren Krankheitsverlauf eine Rolle spielen.
Warum tritt Sternrußtau im Spätsommer oft stärker auf?
Sternrußtau beginnt nicht erst im August.

Erste Symptome können bereits im Frühjahr auftreten. Im Laufe des Sommers können jedoch mehrere Infektionszyklen aufeinanderfolgen.
Aus den ersten Flecken entstehen neue Sporen, die weitere Blätter infizieren. Dort kann wiederum neues infektiöses Material entstehen.
So kann sich die Erkrankung über Wochen zunehmend aufbauen.
Gleichzeitig sorgen feuchte Wetterperioden, Regen oder Tau dafür, dass Rosenblätter länger nass bleiben.
Nach mehreren solchen Phasen fällt Ende August dann möglicherweise plötzlich auf:
Die unteren Bereiche der Rose sind bereits kahl.
Viele der verbliebenen Blätter besitzen schwarze Flecken.
Und täglich liegt neues gelbes Laub unter der Pflanze.
Der Spätsommer ist deshalb häufig nicht der Beginn des Problems.
Jetzt wird sichtbar, was sich über mehrere Infektionszyklen aufgebaut hat.
Was solltest du bei Sternrußtau jetzt tun?
Wenn du Ende August Sternrußtau entdeckst, würde ich nicht versuchen, die Rose innerhalb weniger Tage wieder völlig gesund aussehen zu lassen.
Der Schwerpunkt liegt jetzt darauf, den weiteren Infektionsdruck zu reduzieren und die Pflanze sinnvoll durch den restlichen Sommer zu begleiten.
1. Falllaub konsequent aufsammeln
Entferne abgefallene kranke Rosenblätter regelmäßig vom Boden.
Damit reduzierst du infiziertes Pflanzenmaterial direkt unter der Rose – und gleichzeitig Material, auf dem der Erreger überdauern kann.

2. Nur am Boden gießen
Wenn die Rose Wasser benötigt, gieße direkt in den Wurzelbereich.
Vermeide es möglichst, die gesamte Pflanze zu überbrausen. So hältst du das Laub nicht zusätzlich nass und verteilst weniger Spritzwasser zwischen den Blättern.
3. Stark geschädigtes Material entfernen
Völlig abgestorbene oder stark geschädigte Pflanzenteile können entfernt werden.
Bei noch grünen Blättern mit einzelnen Flecken würde ich dagegen genauer hinschauen, bevor du sie alle abzupfst.
Warum diese Unterscheidung wichtig ist, schauen wir uns im nächsten Abschnitt genauer an.
Musst du befallene Blätter von der Rose entfernen?
Hier lohnt sich eine Differenzierung.
Abgefallenes krankes Laub würde ich konsequent entfernen.
Bei noch an der Rose sitzenden Blättern würde ich dagegen nicht automatisch jedes Blatt mit einem Sternrußtaufleck abzupfen.
Gerade wenn die Rose bereits stark entlaubt ist, solltest du berücksichtigen, wie viel funktionsfähige grüne Blattfläche ihr noch bleibt.
Ein teilweise befallenes Blatt kann noch größere grüne Bereiche besitzen und weiterhin zur Photosynthese beitragen. Bei einer bereits stark entlaubten Rose würde ich deshalb nicht zusätzlich jedes noch überwiegend grüne Blatt mit einzelnen Flecken entfernen.
Ich würde deshalb unterscheiden:
Bereits abgefallenes Laub: entfernen.
Völlig gelbe, stark geschädigte oder absterbende Blätter: können entfernt werden.
Noch überwiegend grüne Blätter mit einzelnen Flecken: bei einer bereits stark entlaubten Rose nicht automatisch alle entfernen.
Spätestens wenn die Rose im Herbst ihre restlichen Blätter verliert, würde ich das kranke Falllaub gründlich aus dem Bereich unter der Pflanze entfernen.
Damit beseitigst du zwar nicht jede mögliche Infektionsquelle, reduzierst aber eine wichtige Quelle direkt an deiner Rose.
Dürfen befallene Rosenblätter auf den Kompost?
Beim normalen Haus- oder Gartenkompost würde ich Sternrußtau-Laub nicht kompostieren.
Entscheidend ist dabei die Temperatur.
Bei einer ausreichend heißen, kontrollierten Kompostierung können viele Krankheitserreger unschädlich gemacht werden. Ein normaler Gartenkompost erreicht solche Temperaturen jedoch häufig nicht im gesamten Material und nicht lange genug.
Für mich wäre die praktische Lösung daher:
Befallenes Falllaub und stark erkranktes Schnittmaterial nicht auf den eigenen Gartenkompost geben.
Je nach örtlichen Entsorgungsregeln kann das Material über die Bio- oder Grünabfallsammlung entsorgt werden. Dort wird es in professionellen Anlagen anders behandelt als im normalen Hausgartenkompost.
Gesundes Herbstlaub ist dagegen weiterhin wertvolles Material für Mulch, Laubhaufen und Kompost.
Es geht also nicht darum, Rosenlaub grundsätzlich zu entsorgen, sondern krankes und gesundes Pflanzenmaterial voneinander zu unterscheiden.
Wie kannst du deine Rose nach einem starken Befall unterstützen?
Wenn eine Rose Ende August bereits viele Blätter verloren hat, entsteht schnell der Impuls:
Jetzt braucht sie Dünger, damit sie noch einmal kräftig austreibt.
Damit wäre ich zu diesem Zeitpunkt vorsichtig.

Eine ausgewogene Nährstoffversorgung ist für Rosen grundsätzlich wichtig. Ende August würde ich eine stark entlaubte Rose aber nicht mit einer kräftigen stickstoffbetonten Düngung zu einem starken neuen Wachstumsschub antreiben.
Wichtiger sind jetzt gute Grundbedingungen.
Ist der Boden trocken, gieße gründlich im Wurzelbereich. Eine geschwächte Rose sollte nicht zusätzlich unter Trockenstress leiden.
Eine Mulchschicht kann helfen, Wasserverluste aus dem Boden zu reduzieren. Direkt an den Trieben sollte das Material allerdings nicht dauerhaft feucht anliegen.
Auch auf unnötige starke Schnittmaßnahmen würde ich jetzt verzichten. Eine Rose, die bereits einen großen Teil ihrer Blätter verloren hat, braucht Ende August nicht zusätzlich stark zurückgeschnitten zu werden, sofern keine abgestorbenen oder eindeutig erkrankten Triebe entfernt werden müssen.
Den regulären Rosenschnitt kannst du zum passenden Zeitpunkt im Frühjahr durchführen.
Das Ziel für den Spätsommer lautet deshalb:
Nicht hektisch neues Wachstum erzwingen, sondern die vorhandene Pflanze möglichst stabil in den Herbst begleiten.
Wie kannst du Sternrußtau künftig vorbeugen?
Ganz verhindern lässt sich Sternrußtau nicht immer.
Besonders anfällige Sorten können selbst bei guter Pflege regelmäßig erkranken. Trotzdem kannst du Bedingungen schaffen, unter denen sich die Krankheit weniger leicht ausbreitet.
Sorge dafür, dass das Laub gut abtrocknen kann
Rosen sollten möglichst luftig stehen.

Werden sie von anderen Pflanzen stark eingeengt oder wachsen sie selbst sehr dicht, kann das Laub nach Regen langsamer abtrocknen.
Beim regulären Frühjahrsschnitt kannst du deshalb sehr dicht und ungünstig nach innen wachsende Triebe gezielt entfernen.
Es geht dabei nicht darum, einen möglichst kahlen Strauch zu schaffen, sondern um eine Rose, deren Laub nach Feuchtigkeit wieder gut abtrocknen kann.
Vermeide unnötige Blattnässe
Gieße möglichst im Wurzelbereich statt über das Laub. Regen kannst du natürlich nicht verhindern – zusätzliche Blattnässe durch die Bewässerung dagegen schon.
Entferne krankes Falllaub im Herbst
Sammle infiziertes Laub unter der Rose gründlich auf.
Damit reduzierst du Pflanzenmaterial, auf dem der Erreger in unmittelbarer Nähe der Rose überdauern kann.
Achte auf eine ausgewogene Versorgung
Rosen brauchen Nährstoffe, aber mehr Dünger bedeutet nicht automatisch eine gesündere Pflanze.
Eine bedarfsgerechte und ausgewogene Versorgung ist sinnvoller als eine kräftige stickstoffbetonte Düngung, die vor allem viel weiches neues Wachstum fördert.
Wähle bei Neupflanzungen robuste Sorten
Zwischen Rosensorten bestehen deutliche Unterschiede in der Anfälligkeit für Sternrußtau.
Wenn die Krankheit in deinem Garten regelmäßig ein Problem ist, würde ich bei einer neuen Rose deshalb nicht nur auf Blütenfarbe und Blütenform achten, sondern auch auf die Blattgesundheit.
Eine Orientierung kann beispielsweise das ADR-Prädikat bieten. Bei der ADR-Prüfung spielt die Widerstandsfähigkeit gegenüber Blattkrankheiten eine wichtige Rolle.
Eine robuste Sorte ist keine Garantie dafür, dass niemals Sternrußtau auftritt.
Sie kann aber einen großen Unterschied darin machen, wie stark die Pflanze unter vergleichbaren Bedingungen erkrankt.
🌿 Sternrußtau an Rosen – alles auf einen Blick
Schwarze, unregelmäßige Flecken, gelbes Laub und vorzeitiger Blattfall sind typische Hinweise auf Sternrußtau.
Die Krankheit kann bereits im Frühjahr beginnen und sich über mehrere Infektionszyklen im Laufe des Sommers aufbauen. Länger feuchte Blätter schaffen günstige Bedingungen für neue Infektionen, während Regen und Spritzwasser zur Verbreitung der Sporen beitragen können.
Wenn du Sternrußtau im Spätsommer entdeckst, würde ich vor allem:
krankes Falllaub regelmäßig entfernen,
beim Gießen die Blätter möglichst trocken halten,
stark geschädigtes Material gezielt entfernen
und die Rose nicht durch unnötige starke Eingriffe zusätzlich belasten.
Bei einer bereits stark entlaubten Rose müssen dagegen nicht automatisch alle noch überwiegend grünen Blätter mit einzelnen Flecken entfernt werden.
Befallenes Laub würde ich nicht auf den normalen Hauskompost geben.
Für die kommende Saison kannst du vor allem darauf achten, dass das Laub gut abtrocknen kann, krankes Falllaub im Herbst entfernen und bei einer Neupflanzung möglichst robuste Sorten wählen.
Der wichtigste Gedanke ist:
Sternrußtau lässt sich nicht nur über die schwarzen Flecken verstehen.
Wenn du den Infektionskreislauf kennst, wird auch verständlich, warum gerade Blattnässe, krankes Falllaub und die Bedingungen rund um die Rose eine so große Rolle spielen.


