Viele Kellerasseln im Topf – was steckt dahinter?

🌿Lesedauer: 6 Minuten

Eine Leserin hat mich gefragt, warum nach dem Mulchen und regelmäßigen Gießen plötzlich unzählige Kellerasseln im Gurkentopf unterwegs sind. Viele erschrecken in so einer Situation und fragen sich, ob die Tiere ihre Pflanzen schädigen.

Tatsächlich steckt dahinter meist etwas ganz anderes.

Kellerasseln treten nicht deshalb plötzlich in großer Zahl auf, weil mit der Gurkenpflanze etwas nicht stimmt. Häufig haben sie im Topf einfach Bedingungen gefunden, die sehr gut zu ihrer Lebensweise passen.

Wenn wir verstehen, warum sie dort sind, lässt sich auch viel leichter entscheiden, ob überhaupt etwas unternommen werden muss.


📑 Das erwartet dich in diesem Artikel


Was sind Kellerasseln überhaupt?

Kellerasseln sind keine Insekten. Sie gehören zu den Krebstieren und sind damit unter anderem mit Krebsen und Garnelen verwandt.

Anders als viele andere Krebstiere leben sie an Land. Trotzdem sind sie weiterhin auf Feuchtigkeit angewiesen, weil ihre Atmungsorgane feucht bleiben müssen. Deshalb verstecken sie sich tagsüber bevorzugt unter Steinen, Töpfen, Holzstücken, Laub oder Mulch. Erst bei feuchtem Wetter oder in der Nacht werden sie aktiver.


Sind Kellerasseln schädlich?

In den meisten Fällen nicht.

Kellerasseln gehören zu den wichtigen Zersetzern im Garten. Sie ernähren sich überwiegend von abgestorbenem Pflanzenmaterial und helfen dabei, dieses zu zerkleinern.

Anschließend übernehmen Bakterien, Pilze und andere Bodenlebewesen den weiteren Abbau. Dadurch gelangen die enthaltenen Nährstoffe nach und nach wieder in den Boden und stehen den Pflanzen erneut zur Verfügung.

Kellerasseln sind deshalb ein wichtiger Teil des natürlichen Stoffkreislaufs. Ihr bloßes Auftreten bedeutet noch lange nicht, dass sie eine Pflanze schädigen.


Viele Kellerasseln im Topf – was steckt dahinter?

Hier kommen mehrere Dinge zusammen.

Viele Gemüsepflanzen benötigen im Sommer regelmäßig Wasser. Gleichzeitig werden Töpfe, Pflanzkübel und Hochbeete häufig gemulcht, damit das Substrat nicht so schnell austrocknet.

Genau dadurch entsteht ein Lebensraum, in dem sich Kellerasseln besonders wohlfühlen.

Die Mulchschicht schützt den Boden und gleichzeitig auch die Kellerasseln. Unter dem Mulch bleibt es dunkler und die Tiere sind vor Sonne und Austrocknung geschützt.

Auch die gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit spielt eine wichtige Rolle. Mulch reduziert die Verdunstung. Das ist für viele Pflanzen von Vorteil, gleichzeitig profitieren aber auch Kellerasseln von den dauerhaft feuchten Bedingungen.

Hinzu kommt ihre Nahrung. Organischer Mulch verändert sich mit der Zeit. Rasenschnitt, Stroh oder Laub beginnen langsam zu verrotten – genau dieses abgestorbene Pflanzenmaterial fressen Kellerasseln.

Ein gemulchter und regelmäßig gegossener Topf, Pflanzkübel oder ein Hochbeet bietet ihnen deshalb gleichzeitig Schutz, Feuchtigkeit und Nahrung.

Wenn plötzlich viele Kellerasseln auftauchen, bedeutet das meist nicht, dass sie sich innerhalb weniger Tage stark vermehrt haben. Häufig waren sie bereits im Garten vorhanden und sammeln sich dort, wo sie die besten Lebensbedingungen finden.


Warum sehe ich Kellerasseln besonders nach dem Gießen?

Viele Kellerasseln sitzen tagsüber versteckt zwischen dem Mulch, unter dem Topfrand oder in kleinen Hohlräumen des Substrats.

Beim Gießen werden diese Verstecke durchnässt. Gleichzeitig steigt direkt über der Erde die Luftfeuchtigkeit. Unter diesen Bedingungen können sich Kellerasseln leichter bewegen, ohne auszutrocknen.

Deshalb wirkt es nach dem Gießen oft so, als wären plötzlich viel mehr Tiere vorhanden. Tatsächlich waren viele von ihnen schon vorher im Topf verborgen.


Fressen Kellerasseln gesunde Pflanzen?

Normalerweise nicht.

Kellerasseln ernähren sich überwiegend von abgestorbenem und bereits zersetztem Pflanzenmaterial. Eine kräftige, gesunde Pflanze gehört deshalb normalerweise nicht zu ihrer Nahrung.

Nur wenn sehr viele Kellerasseln auf engem Raum leben und kaum abgestorbenes Material vorhanden ist, können sie gelegentlich an besonders weichen Pflanzenteilen knabbern.

Betroffen sind vor allem:

  • frisch gekeimte Sämlinge
  • junge Keimblätter
  • sehr weiche Triebe
  • verletzte Pflanzenteile
  • bereits geschädigte Wurzeln
  • weiche oder faulende Früchte

Bei einer gut entwickelten Pflanze sind ernsthafte Schäden dagegen eher ungewöhnlich.


Wann sollte ich handeln?

Nicht die Anzahl der Kellerasseln entscheidet darüber, ob du etwas unternehmen solltest.

Viel wichtiger ist, was gleichzeitig im Topf passiert.

Fraßschäden: Werden Sämlinge, Keimblätter oder junge Triebe sichtbar angefressen und sitzen viele Kellerasseln direkt an diesen Stellen, kann es sinnvoll sein, ihre Zahl zu reduzieren.

Dauerhaft nasses Substrat: Viele Kellerasseln können auch darauf hinweisen, dass der Bereich unter dem Mulch über längere Zeit sehr feucht bleibt. Für Gurken ist gleichmäßige Feuchtigkeit wichtig – Staunässe dagegen belastet die Wurzeln.

Faulendes Pflanzenmaterial: Liegen viele welke Blätter oder beschädigte Früchte im Topf, finden Kellerasseln besonders viel Nahrung und sammeln sich dort bevorzugt.

Nicht die Kellerasseln selbst sind dann das eigentliche Problem, sondern häufig die Bedingungen im Topf.


Was kannst du tun?

Meist reichen wenige Veränderungen aus.

Mulch kontrollieren. Ist die Mulchschicht sehr dick und dauerhaft nass, kannst du sie etwas auflockern oder teilweise entfernen. Rund um den Stängel sollte etwas Platz bleiben.

Faulendes Pflanzenmaterial entfernen. Welke Blätter und beschädigte Früchte regelmäßig entfernen. Dadurch verringerst du das Nahrungsangebot.

Für guten Wasserabzug sorgen. Prüfe, ob die Abzugslöcher frei sind und kein Wasser dauerhaft im Untersetzer steht.

Kellerasseln bei Bedarf umsiedeln. Ein feuchtes Stück Karton oder eine umgedrehte Tonscherbe dient als Versteck. Am nächsten Morgen kannst du die Tiere aufnehmen und unter einer Hecke, beim Kompost oder an einem Laubhaufen wieder aussetzen.


🌿 Mein Gartencoach-Tipp

Wenn ich viele Kellerasseln sehe, frage ich mich zuerst:

Warum fühlen sie sich genau hier so wohl?

Die Tiere sind oft nicht die Ursache des Problems, sondern ein Hinweis darauf, dass sie ideale Lebensbedingungen gefunden haben.

Deshalb schaue ich zuerst auf die Feuchtigkeit, den Mulch und abgestorbene Pflanzenreste.

Ist die Pflanze gesund und wächst kräftig, dürfen die Kellerasseln für mich bleiben.

Erst wenn tatsächlich Schäden an jungen Pflanzen auftreten oder der Topf dauerhaft zu nass bleibt, würde ich eingreifen.

Genau das finde ich beim Gärtnern so spannend: Nicht jedes Tier, das plötzlich in großer Zahl auftaucht, muss automatisch bekämpft werden. Manchmal erzählt es uns einfach etwas darüber, was gerade im Garten passiert..


Muss ich Kellerasseln bekämpfen?

In den meisten Fällen nein.

Kellerasseln gehören zum natürlichen Bodenleben und erfüllen dort eine wichtige Aufgabe.

Solange deine Gurkenpflanze gesund wächst und keine Fraßschäden zeigt, musst du normalerweise nichts unternehmen.

Sinnvoller ist es, die Bedingungen im Topf zu überprüfen und nur dann einzugreifen, wenn tatsächlich ein Problem entsteht.


Kellerasseln im Topf – das Wichtigste auf einen Blick

Kellerasseln sind keine Insekten, sondern Krebstiere und gehören zu den wichtigen Zersetzern im Garten.

Ein gemulchter und regelmäßig gegossener Pflanztopf bietet ihnen häufig ideale Bedingungen: Schutz, Feuchtigkeit und abgestorbenes Pflanzenmaterial als Nahrung.

Gesunde, kräftige Gurkenpflanzen werden normalerweise nicht geschädigt. Empfindlicher sind Sämlinge, Keimblätter und bereits verletzte Pflanzenteile.

Beobachte deshalb nicht nur die Kellerasseln, sondern auch den Zustand der Pflanze und des Substrats. In den meisten Fällen genügt es, die Bedingungen im Topf etwas anzupassen. Eine Bekämpfung ist normalerweise nicht notwendig.

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