Stauden teilen im August: Welche Stauden jetzt geteilt werden können – und welche besser warten

🌿Lesedauer: 8 Minuten

Im August sehen manche Stauden schon ganz anders aus als noch vor einigen Wochen. Frühjahrs- und Frühsommerblüher haben ihre Blüte beendet, einige Horste sind sehr groß geworden und vielleicht fällt dir jetzt auf, dass eine Staude in der Mitte kaum noch wächst oder ihren Platz im Beet langsam sprengt.

Ist August also ein guter Zeitpunkt, um Stauden zu teilen?

Bei manchen ja – bei anderen würde ich noch warten.

Denn auch beim Teilen entscheidet nicht allein der Kalender. Wichtig sind Blütezeit, Pflanzenart, Zustand der Staude und die aktuelle Witterung.

Gerade an heißen und trockenen Augusttagen würde ich eine Staude nicht nur deshalb ausgraben, weil sie laut Kalender jetzt geteilt werden könnte. Beim Teilen wird ein Teil des Wurzelsystems abgetrennt und die Pflanze muss anschließend wieder anwachsen. Dafür braucht sie möglichst gute Bedingungen.

📑 Das erwartet dich in diesem Artikel

Warum kann August ein guter Zeitpunkt zum Teilen von Stauden sein?

Für manche bereits abgeblühten Frühjahrs- und Frühsommerstauden kann der Spätsommer ein geeigneter Zeitpunkt sein.

Die Hauptblüte ist abgeschlossen und bis zum Winter bleibt – bei rechtzeitiger Teilung – noch genügend Zeit, am neuen Standort neue Wurzeln zu bilden.

Als allgemeine Orientierung würde ich deshalb sagen:

Viele robuste Stauden, die ihre Blüte bereits beendet haben, können im Spätsommer geteilt werden. Spät blühende Stauden werden häufig besser im Frühjahr geteilt.

Das ist allerdings keine starre Regel. Pflanzenart und Blütezeit sollten immer mitberücksichtigt werden.

Warum werden Stauden überhaupt geteilt?

Eine Staude muss nicht geteilt werden, nur weil sie schon einige Jahre im Beet steht.

Viele Stauden können lange an derselben Stelle wachsen. Bei manchen Arten verändert sich ein älterer Horst jedoch mit der Zeit: Er wird immer größer, wächst über benachbarte Pflanzen oder verliert im Inneren an Vitalität.

Durch das Teilen kann ein solcher Horst verjüngt werden. Gleichzeitig entstehen aus einer Pflanze mehrere kleinere Pflanzen, mit denen du andere Bereiche im Garten bepflanzen kannst.

Teilen kann deshalb unterschiedliche Ziele haben:

  • eine zu groß gewordene Staude verkleinern,
  • einen älteren Horst verjüngen,
  • die Pflanze vermehren,
  • oder einen Teil der Staude an einen anderen Platz setzen.

Wie häufig eine Teilung sinnvoll ist, unterscheidet sich von Art zu Art. Einen festen Rhythmus nach dem Motto „Stauden müssen alle drei oder vier Jahre geteilt werden“ gibt es deshalb nicht.

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Welche Stauden kannst du im August teilen?

Besonders interessant sind jetzt robuste Stauden, deren Blüte bereits abgeschlossen ist.

Bart-Iris

Die Bart-Iris ist ein gutes Beispiel für eine Staude, bei der das Teilen im Sommer sinnvoll sein kann.

Bart-Iris werden idealerweise einige Wochen nach der Blüte geteilt. Dadurch bleibt ihnen noch genügend Zeit, sich vor der Winterruhe wieder zu etablieren.

Je nach Sorte und Region kann dieser Zeitraum in den Juli oder August fallen.

Beim Teilen werden alte, schwache oder beschädigte Rhizomteile entfernt und kräftige jüngere Stücke wieder eingepflanzt.

Taglilien

Auch abgeblühte Taglilien können geteilt werden.

Bei früh oder mittelfrüh blühenden Sorten kann das durchaus in den August fallen. Je nach Klima und Witterung ist auch der Frühherbst ein günstiger Zeitpunkt.

Blüht deine Taglilie dagegen gerade noch kräftig, würde ich mit der Teilung noch warten.

Bereits abgeblühte Frühjahrs- und Frühsommerstauden

Auch andere robuste Stauden können infrage kommen, wenn ihre Blüte beendet ist und sie gesund und kräftig wachsen.

Hier würde ich allerdings nicht allein nach einer Pflanzenliste arbeiten.

Schau lieber auf deine konkrete Pflanze:

Ist ihre Blüte abgeschlossen? Ist sie gesund? Gehört sie zu den Stauden, die zu diesem Zeitpunkt gut geteilt werden können?

Erst wenn diese Punkte zusammenpassen, würde ich über eine Teilung nachdenken.

Pfingstrosen – eher gegen Ende August

Pfingstrosen sind ein Sonderfall.

Sie müssen normalerweise nicht regelmäßig geteilt werden und können viele Jahre am selben Platz bleiben.

Soll eine ältere Pfingstrose aber geteilt oder umgesetzt werden, beginnt der günstige Zeitraum je nach Region etwa ab Ende August und reicht in den Herbst hinein.

Mitte August würde ich deshalb noch nicht automatisch zum Spaten greifen.

Welche Stauden solltest du im August besser noch nicht teilen?

Bei Stauden, die gerade mitten in ihrer Blüte stehen oder erst im Spätsommer und Herbst blühen, würde ich eher warten.

Dazu gehören beispielsweise viele:

  • Herbstastern,
  • Sonnenhüte,
  • Fetthennen,
  • spät blühende Phloxe
  • und andere typische Spätsommer- und Herbstblüher.

Eine Teilung mitten in der Blüte bedeutet einen zusätzlichen Eingriff in einer Phase, in der die Pflanze ohnehin stark beansprucht ist.

Für viele spät blühende Stauden ist deshalb das Frühjahr günstiger. Dann beginnt das Wachstum gerade erst und die Pflanzen haben eine lange Vegetationsperiode vor sich, um sich neu zu etablieren.

Auch Stauden, die durch Krankheiten, Schädlingsbefall oder andere Belastungen deutlich geschwächt sind, würde ich in der Regel nicht zusätzlich durch eine Teilung belasten.

Woran erkennst du, dass eine Staude geteilt werden sollte?

Nicht jede große Staude braucht automatisch eine Verjüngung.

Ein kräftiger, schön blühender Horst darf groß sein.

Genauer hinsehen würde ich, wenn:

  • die Pflanze ihren vorgesehenen Platz deutlich überschreitet,
  • benachbarte Stauden verdrängt werden,
  • der Horst in der Mitte zunehmend kahl wird,
  • die Blühleistung deutlich nachlässt,
  • nur noch der äußere Rand kräftig wächst,
  • oder du die Pflanze vermehren beziehungsweise umsetzen möchtest.

Ob eine Teilung tatsächlich sinnvoll ist, hängt zusätzlich von der jeweiligen Pflanzenart ab.

Ich würde deshalb nicht nach dem Motto arbeiten:

„Diese Staude steht seit vier Jahren hier, jetzt muss sie geteilt werden.“

Interessanter ist die Frage:

„Zeigt mir die Pflanze überhaupt, dass eine Teilung sinnvoll wäre?“

Wie teilst du eine Staude richtig?

Wenn du dich für die Teilung entschieden hast, würde ich zuerst den neuen Pflanzplatz vorbereiten. So liegen die ausgegrabenen Wurzeln später nicht unnötig lange in Sonne und trockener Luft.

Anschließend stichst du mit einem Spaten rund um den Horst und hebst die Pflanze möglichst mit einem guten Teil ihres Wurzelballens aus der Erde.

Lockere überschüssige Erde etwas ab, damit du den Aufbau der Pflanze besser erkennen kannst.

Lockere Horste lassen sich teilweise vorsichtig mit den Händen auseinanderziehen. Bei kräftigen Wurzelballen kannst du einen scharfen Spaten oder ein sauberes Messer verwenden.

Sehr alte, schwache oder abgestorbene Bereiche aus der Mitte müssen nicht wieder eingepflanzt werden. Häufig eignen sich die kräftigen äußeren Teile des Horstes besser.

Anschließend setzt du die Teilstücke möglichst bald wieder in die vorbereitete Erde.

Die meisten Teilstücke werden ungefähr in derselben Tiefe eingesetzt, in der die Mutterpflanze gestanden hat. Bei Arten mit besonderen Pflanzanforderungen – etwa Bart-Iris oder Pfingstrosen – solltest du jedoch die artspezifische Pflanztiefe beachten.

Bart-Iris werden beispielsweise sehr flach gepflanzt. Bei Pfingstrosen ist wiederum die richtige Pflanztiefe der Knospen beziehungsweise „Augen“ wichtig für die spätere Blüte.

Wie groß sollten die Teilstücke sein?

Eine feste Zentimeterangabe ist wenig hilfreich. Entscheidend ist, dass jedes Teilstück genügend gesunde Wurzeln und Austriebspunkte besitzt, um wieder zu einer eigenständigen Pflanze heranzuwachsen.

Kleine Teilstücke brauchen länger, um sich zu etablieren. Größere entwickeln schneller wieder einen kräftigen Horst, ergeben dafür aber weniger neue Pflanzen.

Die passende Größe richtet sich deshalb nach der jeweiligen Staude und ihrem Wurzelsystem.

Was brauchen frisch geteilte Stauden nach dem Einpflanzen?

Nach dem Teilen ist vor allem eine gleichmäßige Wasserversorgung wichtig.

Die Staude besitzt zunächst weniger funktionsfähige Wurzeln als vorher, verdunstet über ihre Blätter aber weiterhin Wasser.

Gieße die Teilstücke deshalb nach dem Einpflanzen gründlich an und achte in den folgenden Wochen darauf, dass der Wurzelbereich nicht vollständig austrocknet.

Eine dünne Mulchschicht kann helfen, die Bodenfeuchtigkeit gleichmäßiger zu halten.

Das Ziel ist dabei keine dauerhaft nasse Erde, sondern ein ausreichend feuchter Wurzelbereich, in dem sich neue Feinwurzeln bilden können.

Welche Fehler solltest du beim Teilen im Sommer vermeiden?

Gerade im Sommer gibt es einige Situationen, in denen ich die Teilung lieber verschieben oder besonders vorsichtig vorgehen würde.

Bei großer Hitze und Trockenheit teilen

Wenn mehrere heiße Tage angekündigt sind und der Boden trocken und aufgeheizt ist, würde ich auf günstigere Bedingungen warten.

Blühende Stauden unnötig stören

Eine Staude mitten in ihrer Hauptblüte würde ich ohne dringenden Grund nicht teilen. Bei spät blühenden Arten ist häufig das Frühjahr günstiger.

Teilstücke austrocknen lassen

Bereite den neuen Pflanzplatz vor dem Ausgraben vor, damit die Wurzeln nicht unnötig lange Sonne und Wind ausgesetzt sind.

Die Wasserversorgung unterschätzen

Ein frisch geteiltes Teilstück ist noch nicht so trockenheitsverträglich wie eine etablierte Staude. Bis neue Wurzeln entstanden sind, braucht es mehr Aufmerksamkeit.

Stauden teilen im August: die wichtigsten Unterschiede im Überblick

SituationIm August teilen?Warum?
Bart-Iris nach der BlüteJa, sehr guter ZeitpunktEinige Wochen nach der Blüte bleibt noch Zeit zum Anwachsen
Abgeblühte TaglilienJa, möglichTeilung nach der Blüte ist möglich; Frühherbst kann ebenfalls passen
Andere robuste Frühjahrs- und FrühsommerblüherOft möglichBlüte ist beendet und es bleibt Zeit zum Einwurzeln
PfingstrosenEher ab Ende August/FrühherbstGünstiger Teilungs- und Pflanzzeitraum beginnt später
HerbstasternBesser wartenIn der Regel besser im Frühjahr teilen
FetthenneBesser wartenTeilung eher im Frühjahr
SonnenhutJetzt besser nichtHäufig noch in Blüte; nicht unnötig häufig teilen
Andere HerbstblüherBesser im FrühjahrKönnen sich vor ihrer Blühsaison etablieren
Geschwächte oder kranke StaudenIn der Regel lieber nichtZuerst Ursache klären und zusätzliche Belastung vermeiden
Jede Staude bei großer Hitze und TrockenheitLieber wartenUngünstige Bedingungen zum Anwachsen

🌿 Stauden teilen im August – alles auf einen Blick

August kann für manche Stauden ein guter Zeitpunkt zum Teilen sein. Besonders infrage kommen robuste Pflanzen, deren Blüte bereits abgeschlossen ist. Bart-Iris sind dafür ein typisches Beispiel, auch abgeblühte Taglilien können geteilt werden. Bei Pfingstrosen würde ich eher bis Ende August beziehungsweise zum frühen Herbst warten.

Spätsommer- und Herbstblüher lässt du während ihrer Blüte besser ungestört. Für viele von ihnen ist das Frühjahr der günstigere Zeitpunkt.

Neben Pflanzenart und Blütezeit spielt im August vor allem die Witterung eine wichtige Rolle. Bei großer Hitze und Trockenheit würde ich eine Teilung verschieben und auf bessere Bedingungen zum Anwachsen warten.

Wenn Pflanzenart, Blütezeit, Zustand und Witterung zusammenpassen, kann August tatsächlich ein guter Zeitpunkt sein, um eine Staude zu teilen.

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